Substitution & partielle Integration
Die Grundintegrale reichen nicht weit. Die zwei wichtigsten Methoden für alles Übrige sind keine Zauberei — sie sind schlicht die Ketten- und die Produktregel rückwärts gelesen. Wer das sieht, muss sie nicht auswendig lernen, sondern kann sie herleiten.
Substitution — die Kettenregel rückwärts
Die Kettenregel sagt . Rückwärts gelesen heisst das: Wenn im Integranden eine innere Funktion und ihre Ableitung stecken, kannst du sie zusammenfassen. Man ersetzt und :
Musterbeispiel. . Die innere Funktion ist , und ihre Ableitung steht als Faktor da — ideal. Mit , :
Der Sinn: Die Substitution macht die versteckte Kettenregel sichtbar und verwandelt ein kompliziertes Integral in ein Grundintegral.
Partielle Integration — die Produktregel rückwärts
Die Produktregel integrieren wir auf beiden Seiten: . Nach dem gesuchten Term aufgelöst:
Der Gewinn: Man tauscht das Integral gegen ein einfacheres. Wähle so, dass es beim Ableiten simpler wird (oft ein Polynom oder ), und so, dass du es integrieren kannst.
Musterbeispiel. . Wähle (wird zu ) und (bleibt ):
Ein Trick zum Merken: Auch geht so — mit und : .
Welche Methode?Siehst du eine innere Funktion samt ihrer Ableitung als Faktor → Substitution. Ist es ein Produkt, bei dem ein Faktor durch Ableiten einfacher wird → partielle Integration.
Übung 1
a) (Substitution)
b) (Substitution)
c) (partiell)
d) (partiell)
Das nimmst du mit
- Substitution = Kettenregel rückwärts: innere Funktion ihre Ableitung erkennen, setzen.
- Partielle Integration = Produktregel rückwärts: .
- so wählen, dass es beim Ableiten einfacher wird.