Potenzen sind eine Kurzschrift fürs Multiplizieren — und Wurzeln sind nichts anderes als Potenzen mit gebrochenem Exponenten. Wer das einmal sieht, muss sich keine getrennten «Wurzelregeln» merken: es sind dieselben Potenzgesetze.
Man muss sie nicht auswendig lernen — sie folgen alle aus der Bedeutung «an heisst: an-mal mit sich multiplizieren». Zählt man die Faktoren, entstehen die Regeln von selbst:
am⋅an=am+nanam=am−n(am)n=am⋅n
Warum etwa am⋅an=am+n? Weil du zuerst m Faktoren hinschreibst und dann n weitere — zusammen m+n Stück. Und die «Sonderfälle» sind gar keine, sondern erzwungen:
a0=1(a=0)a−n=an1
a0=1, weil amam=am−m=a0 und ein Ding durch sich selbst ist 1. Und a−n=a0−n=ana0=an1 — der negative Exponent ist einfach die Division.
a ist die Zahl, die quadrierta ergibt. Welcher Exponent leistet das? Wegen (a1/2)2=a(1/2)⋅2=a1=a ist es 21. Also:
na=a1/nund allgemeinnam=am/n
Damit ist jede Wurzelrechnung nur noch eine Potenzrechnung — es braucht keine eigenen Wurzelregeln. a⋅a=a1/2⋅a1/2=a1=a, genau wie es sein muss.
Musterbeispiel. Schreibe als eine Potenz von x: 4xx3=x1/4x3/2=x3/2−1/4=x5/4
Nenner rational machen. Warum stört eine Wurzel im Nenner? Sie erschwert das Weiterrechnen und Vergleichen. Erweitern mit derselben Wurzel macht den Nenner ganzzahlig, weil 3⋅3=3:
36=36⋅33=363=23
Der Exponent bestimmt die Form der Kurve — je grösser n, desto steiler wächst xn für x>1 und desto flacher für 0<x<1:
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import numpy as np
import matplotlib.pyplot as plt
x = np.linspace(0, 2, 400)
for n in [1, 2, 3, 0.5]:
plt.plot(x, x**n, label=f'y = x^{n}')
plt.axvline(1, color='gray', lw=0.6)
plt.legend(); plt.grid(True, alpha=0.3)
plt.title('Potenzfunktionen: der Exponent formt die Kurve')
plt.show()